Wir feiern 500 Jahre Reinheitsgebot mit dem Festival der Dortmunder Bierkultur! Ihr fragt euch, weshalb das Festival ausgerechnet in Dortmund stattfindet? Dortmund ist Bierstadt mit Tradition und deshalb der perfekte Veranstaltungsort für das Festival. Hier sind die einschlägigen Argumente:

Der Anfang: Throtmanni oder Tremonia
Dortmund wurde im Jahr 882 erstmals urkundlich als Siedlung erwähnt. Der heutige Stadtname bestand allerdings zu dieser Zeit noch nicht. Die Siedlung wurde Throtmanni oder lateinisch Tremonia genannt und hatte zu dieser Zeit noch nicht viel mit unserem Lieblingsthema Bier zu tun. In den kommenden Jahrhunderten entwickelt sich das kleine Dorf jedoch zu einer wahren Biermetropole.

Das Bier kommt nach Dortmund
1266: In der Chronik Dortmunds wird zum ersten Mal das Grutbier erwähnt, das zu einer der wichtigsten Waren in dem inzwischen zur Stadt herangewachsenen Ort entlang des Westfälischen Hellwegs werden soll.  Die trübe, dicke Brühe, die aus Rosmarin, Wacholder, Myrten, Kümmel, Anis,Lorbeeren, Kirschen und Harz gewonnen wird, ist zwar ziemlich unbekömmlich und hat mit unserem heutigen Bier noch nicht viel zu tun, erfreut sich aber größter Beliebtheit und findet reißenden Absatz. 1293 erhält Dortmund schließlich das Braurecht und die Erfolgsgeschichte beginnt: Die Bierindustrie nimmt eine beispiellose Entwicklung in der Stadt und macht Dortmund zeitweise sogar zur wichtigsten Biermetropole in Europa. Ein wichtiger Meilenstein dorthin ist das Jahr 1477. Der Hopfen hält Einzug in die Braukunst, die wilden Würzmischungen haben ausgedient. Hopfen macht das Bier bekömmlicher und verleiht ihm seinen leckeren Geschmack. Aber noch wichtiger: Er macht das Bier haltbarer, das somit plötzlich für einen längeren Transport geeignet ist und seinen Siegeszug um die Welt antreten kann. Das Exportbier ist geboren! Und dann kommt das Jahr 1516, das sich echte Bierliebhaber auf jeden Fall einprägen sollten: Das Reinheitsgebot wird erlassen und bestimmt, dass Bier ausschließlich aus Wasser, Hopfen und Malz zubereitet werden darf. Das deutsche Bier erhält auf diese Weise seine hohe Qualität, die Freunde und Liebhaber in der Nähe und Ferne findet. Und Dortmund hat es als Hansestadt leicht, sein Bier auch im Ausland zu vertreiben.

Der Durchbruch: Weltweiter Export und Blütezeit
Mitte des 19. Jahrhunderts geht es mit der Brauwirtschaft steil bergauf. Dortmund ist mittlerweile Arbeiterstadt, lebt von Kohle und Stahl  und spezialisiert sich im Zuge der Industrialisierung auf die Herstellung eines hellen, untergärigen Biers, das das bis dato gängige obergärige, dunkle Bier schnell ablöst. Kleine Brauereien weichen Großbrauereien, die für die Herstellung des untergärigen Biers mit der nötigen modernen Kühltechnik ausgestattet sind. Die erfolgreichste Biersorte ist das Dortmunder Export. 57 % beträgt der Marktanteil von Exportbier 1968 in Deutschland, 1972 werden allein 7,46 Millionen Hektoliter Bier in Dortmund gebraut. Dortmund gelangt durch das Dortmunder Export zu Weltruhm und wird zur Biermetropole Nummer 1 in ganz Europa.       

Keine andere Stadt Deutschlands wurde in Zeiten der Industrialisierung so mit dem Begriff Bier assoziiert wie Dortmund. Nahezu 6.000 Arbeiter waren hier zwischenzeitlich im Brauereibetrieb tätig, so viele, wie in fast keiner anderen deutschen Stadt. Eine der umsatzstärksten Brauereien: Die Dortmunder Union. Und genau deshalb sind Dortmund und das Dortmunder U als ehemaliges Gär- und Lagerhaus der Union Brauerei der ideale Veranstaltungsort für das Bierfestival zur Feier von 500 Jahre Reinheitsgebot!

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